12.11.1989

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Jahre nach dem so einschneidenden Herbst 1989 entdecke ich diese Fotos in einer kleinen Ausstellung und bin so tief berührt, dass „Geschichtsinteresse“ allein dies nicht erklärt.

Inzwischen Großvater finde ich mich mit zwei meiner Kinder wieder – vor der Katharinenkirche mit selbstgemalten Plakaten und inmitten vieler Brandenburger.

Alles ist wieder ganz nah: die Gemeinsamkeit mit ihrer starken Energie, Freude und Angst, Dankbarkeit, Hoffnung, der Gestaltungswille und das Gefühl, dass Menschen mit Visionen eine Kraft sind.

Aber auch meine Not in der DDR – sie ist zu erahnen an den Texten auf den Plakaten, die mir längst nicht mehr gegenwärtig waren. Bei allen Mühen um eine schönere Stadt: schöner als am 12.11.1989 habe ich den Neustädtischen Markt noch nicht erlebt.

Bilder von anderen Orten gehen mir in diesem Zusammenhang durch den Kopf : der Dom, der Gemeindesaal der St.Gotthardtgemeinde in der Bergstraße, die Stahlhalle, der Speisesaal im Krankenhaus  und viele mehr – immer eins mit Menschen, die mir damals sehr nahe waren.

Die Fotos haben mich wohl deshalb so sehr bewegt, weil ich gespürt habe, dass die Ereignisse des Jahres 1989 einen guten und dauerhaften Ort in mir haben – bis heute. Dazu gehören vor allem die Menschen, dazu gehört auch unsere Stadt. Meine Wurzeln in ihr sind  wohl auch in diesen Tagen kräftiger geworden.

Bei meinen Kindern hängen diese Fotos jetzt auch. Das ist für mich einfach nur schön.

 

Michael Engst

 

 

 

 

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